Ein Aktivist, der polarisiert: Serge Menga im Gespräch
Serge Menga, bekannt als „Onkel Menga“ oder „Kumukusa“, ist seit über einem Jahrzehnt eine prominente Stimme in den sozialen Medien. Bei einer Veranstaltung, die auch die AfD thematisiert, nimmt er kein Blatt vor den Mund und spricht über seine einzigartige Perspektive als Mensch mit Migrationshintergrund in Deutschland. Seine Aussagen fordern gängige Narrative heraus und regen zur Selbstreflexion an, insbesondere wenn es um die Begriffe „Passdeutscher“ und „Biodeutscher“ geht. Menga liefert eine ungeschminkte Analyse der deutschen Gesellschaft und der Rolle, die Migranten in ihr spielen sollten.
Die komplexe Debatte um Identität: Passdeutscher vs. Biodeutscher
Ein zentrales Thema des Interviews ist Mengas scharfe Unterscheidung zwischen einem „Passdeutschen“ und einem „Biodeutschen“. Er betont, dass er sich selbst, trotz deutschem Pass und über 37 Jahren Aufenthalt in Deutschland, als „Gast in diesem Land“ sieht. Für ihn definieren Gene, Genetik, Ursprung, Ahnen und der Familienbaum einen „Biodeutschen“ – Eigenschaften, die man nicht durch den Erhalt eines Passes erwerben kann. Diese Ansicht ist provokant und wurde bereits in anderen Kontexten als „dünnes Eis“ bezeichnet, da sie eine biologische Komponente in die nationale Identität einführt. Menga argumentiert jedoch, dass diese Unterscheidung nicht negativ sei, sondern eine Realität, die man anerkennen müsse.
Er untermauert seine These mit Beispielen aus der Sportwelt: Afrikaner hätten eine andere muskuläre Genetik, die sie zu exzellenten Sprintern oder Basketballspielern mache, während Europäer vielleicht eher zu Wissenschaftlern oder Ingenieuren neigten. Diese genetischen Prädispositionen seien weder gut noch schlecht, sondern einfach Fakten. Seine Botschaft ist klar: Wer als Gast nach Deutschland kommt, hat eine Pflicht, sich einzubringen, Leistung zu erbringen, die Gesetze zu achten und das Land zu lieben. Er kritisiert, dass eine kleine Gruppierung, oft Migranten oder Flüchtlinge, durch ihr Verhalten die Akzeptanz und Sicherheit in Deutschland negativ beeinflusst und damit der Integration schadet.
Loyalität und die Illusion der „halben Schwangerschaft“
Die Frage der Loyalität bei Menschen mit zwei kulturellen Wurzeln ist für Serge Menga von großer Bedeutung. Er differenziert seine eigene Identität: Aus rechtlicher Sicht ist er „Passdeutscher“, aber aus dem Gefühl heraus, aufgrund seiner Verbundenheit zu Deutschland, empfindet er sich als „Deutscher“. Doch er stellt klar, dass im Falle eines Konflikts zwischen Deutschland und seiner ursprünglichen Heimat, der Demokratischen Republik Kongo, ein „Biodeutscher“ sich für das Land seiner Ahnen entscheiden würde. Ein Mensch mit „zwei Herzen“ hingegen, wie er es nennt, würde möglicherweise seiner Herkunftsfamilie helfen. Diese potenzielle Dualität der Loyalität führt ihn zu einer klaren Ablehnung der doppelten Staatsbürgerschaft, die er mit dem Vergleich einer „halben Schwangerschaft“ verdeutlicht – ein Zustand, der schlichtweg unmöglich sei.
Remigration: Ein notwendiger Diskurs oder gefährliche Rhetorik?
Menga scheut sich nicht, das umstrittene Thema der Remigration anzusprechen, das er mit einer Tassen-Metapher erklärt: Eine Tasse kann nur eine bestimmte Menge Tee aufnehmen, bevor sie überläuft. Für ihn ist es legitim zu fragen, ob zu viele Migranten ins Land kommen, die nicht produktiv sind oder dem Staat zur Last fallen. Er betont, dass er keine Angst vor Martin Sellner hat, dessen Forderungen nach Remigration er jedoch nicht als pauschale Abschiebung aller Migranten interpretiert. Vielmehr sieht Menga darin die Notwendigkeit einer selektiven Betrachtung: Wie viel kann die Wirtschaft tragen? Wer leistet einen Beitrag? Und wer sollte den Weg zurückfinden? Er hält es für „dämlich“, Millionen von Migranten, die Steuern zahlen und sich integriert haben, abzuschieben, da dies ein enormes Loch in die Wirtschaft reißen würde.
Afrikas Stärke und die Verantwortung der Migranten
Serge Menga vertritt die provokante These, dass Afrika Europa nicht braucht – und sogar nichts von Europa. Er sieht Afrika als einen der reichsten Kontinente der Welt, der über unermessliche Rohstoffe und Potenziale verfügt, die Deutschland nicht mithalten kann. Das eigentliche Problem Afrikas seien korrupte „Banausen und Marionetten“ in den Regierungen, die im Zusammenspiel mit dem „Westen“ ihr eigenes Volk unterdrücken. Menga ist überzeugt, dass er im Kongo alles erreichen könnte, was er in Deutschland erreicht hat, und verweist auf die Erfolge von Ländern wie Dubai, die auf kargem Boden florierende Metropolen aufgebaut haben. Er fordert, dass Migranten ihren Beitrag leisten und auf Augenhöhe agieren, anstatt sich in einer Opferrolle zu sehen oder nur zu nehmen. Rassismus bezeichnet er als Dummheit und betont, dass Afrika selbst die Verantwortung für seine Entwicklung übernehmen muss.
Hoffnung für ein Deutschland im Wandel
Trotz seiner kritischen Analysen sieht Serge Menga Hoffnung für Deutschland. Als spiritueller Mensch glaubt er daran, dass nach jeder Dunkelheit das Licht kommt. Er ist jedoch realistisch: Das Deutschland, das viele kannten, wird es nie wieder geben. Das Land muss sich einer „neuen Weltordnung“ anpassen, seine Gesetze neu aufstellen, insbesondere in Bezug auf innere Sicherheit, Asyl- und Flüchtlingspolitik sowie die wirtschaftlichen Beziehungen zu anderen Ländern. Menga wünscht sich eine Welt, in der alle Länder auf Augenhöhe miteinander agieren, um zu Frieden und Wohlstand zu gelangen. Seine Botschaft ist eine Aufforderung zur Selbstverantwortung und zum kritischen Denken, sowohl für Migranten als auch für die deutsche Gesellschaft.


