Eine Pressekonferenz im Zeichen der Wut: FPÖ attackiert die Regierung
Am 26. März versammelte sich die FPÖ-Spitze im FPÖ-Medienzentrum, um eine Pressekonferenz abzuhalten, die es in sich hatte. Generalsekretär Michael Schnedlitz, flankiert von den Energiesprechern Axel Kassegger und Paul Haidl, präsentierte einen umfassenden Plan zur Entlastung der österreichischen Bevölkerung bei den Spritpreisen und zog gleichzeitig scharfe Bilanz über die Handlungsunfähigkeit und – so die Vorwürfe – die bewusste Irreführung der aktuellen Bundesregierung. Der Titel der Veranstaltung ließ bereits erahnen, worum es gehen würde: „Spritpreissenkung FPÖ Plan statt Regierungs-Märchen“.
Ein Regierungs-„Märchen“ und ein Plan, der wirkt
Die FPÖ als handlungsfähige Alternative
Michael Schnedlitz begann seine Ausführungen mit dem vehementen Anspruch der FPÖ, „Regierungsfähigkeit“ unter Beweis zu stellen. Während die Bundesregierung sich auf „billigen Populismus und Erzählungen“ beschränke, lege die FPÖ „bis ins Detail“ ausgearbeitete Pläne vor. Schnedlitz betonte, die freiheitliche Partei habe die anderen Regierungsparteien „am kalten Fuß erwischt“, indem sie einen konkreten Plan zur Spritpreissenkung präsentierte, den niemand erwartet habe. „Wir sind diejenigen, die Regierungsfähigkeit darstellen und verkörpern, die Pläne haben bis ins Detail“, so Schnedlitz, der damit die Behauptung entkräftete, die FPÖ sei nur „dagegen“.
Österreichisches Geld für Österreicher statt Märchenstunden
Ein wiederkehrendes Thema war der Einsatz österreichischer Steuergelder. Schnedlitz kritisierte scharf, dass es „ungewohnt“ sei, wenn ein österreichischer Politiker wie Herbert Kickl fordert, Steuergeld für die Österreicher zu verwenden, anstatt Milliarden an die Ukraine zu schicken. Er bezeichnete dies als Kontrast zur jahrelangen Praxis der ÖVP, SPÖ und NEOS, die in der Vergangenheit „nicht gemacht haben“, was nun die FPÖ fordert. Die FPÖ sei bereit, dafür ein „Vertragsverletzungsverfahren“ mit der EU in Kauf zu nehmen, wenn es dem Wohle der Bevölkerung dient.
Die Wahrheit hinter der „Spritpreisbremse“: Ein Faktencheck
Kommunikationsstrategie der Regierung: Schmäh, Medien und persönliche Angriffe
Michael Schnedlitz sezierte schonungslos die vermeintliche Kommunikationsstrategie der Regierung, die er als dreisäulig darstellte. Erstens bediene man sich „billiger Schmähs“, wie der bewussten Darstellung des FPÖ-Parteichefs als „weinende Karikatur“. Dies sei ein Versuch, einen Politiker, der „etwas Gutes für die Menschen will“, verächtlich zu machen. Zweitens kritisierte Schnedlitz, dass „Artikel in Tageszeitungen, die schon ein bisschen daherkommen, als wären sie Bestellartikel dieser Bundesregierung“, als Grundlage für politische Diskussionen genutzt würden. Er monierte, dass die Kronenzeitung einen FPÖ-Plan skizzierte, ohne die FPÖ je zu kontaktieren, und die Regierung diesen Artikel dann als „Basis für die Fakten“ nutzte. Drittens verfolge die Regierung eine Taktik der „Erzählung“ (oder „Märchen“), anstatt sich den Fakten zu stellen.
Der „Faktencheck“ der Kronenzeitung und die EU: Ein zwiespältiges Urteil
Besondere Aufmerksamkeit widmete Schnedlitz einem Kronenzeitung-Artikel mit der Überschrift „Ist Kickls Spritpreis-Zauber nur eine faule Show?“. Er bestätigte, dass die Kronenzeitung richtigerweise feststellte, der FPÖ-Plan (Abschaffung der CO2-Steuer und Halbierung der Mineralölsteuer) sei „EU-rechtswidrig“ und würde ein Vertragsverletzungsverfahren nach sich ziehen. Doch Schnedlitz gab sich unbeeindruckt: Österreich habe bereits 2700 solcher Verfahren, und die FPÖ sei bereit, dieses eine zusätzlich in Kauf zu nehmen, wenn es „ein sinnvolles“ ist und der österreichischen Bevölkerung etwas bringt.
Woher das Geld kommt: Haftungen vs. reales Geld
Die Regierung argumentierte, die von der FPÖ zur Gegenfinanzierung vorgeschlagenen 2,4 Milliarden Euro könnten nicht verwendet werden, da es sich lediglich um „Haftungen und nicht um reales Geld“ handle. Schnedlitz entgegnete, dass sogar die Kronenzeitung feststelle, für solche Risiken würden „Rückstellungen im Budget“ eingeplant. Wenn man in der Lage sei, finanzielle Mittel für Selenskyj und die Ukraine aufzubringen – teils mit Rückstellungen – dann müsse man auch in der Lage sein, dasselbe Finanzierungsmodell „parallel verschieben“ und für die österreichischen Autofahrer anzuwenden. „Das wissen die Menschen“, so Schnedlitz.
Analyse des Regierungsplans: Eine „Nullnummer“
Die „Spritpreisbremse“: Ein kompliziertes Konstrukt, das nicht greift
Axel Kassegger und Michael Schnedlitz nahmen den Regierungsplan, die sogenannte „Spritpreisbremse“, genauer unter die Lupe und kamen zu einem vernichtenden Urteil. Die „Bremse“ sei ein „Murks“ und eine „Nullnummer“. Das komplizierte Auslöse-System, das einen „rollierenden Zwei-Monats-Faktor“ verwendet, um Preissteigerungen von über 30% des Nettopreises zu messen, sei praxisfremd. Bleiben die Preise hoch oder steigen sie um weniger als 30%, greife die Bremse nicht. Sie hebe sich sogar „von selbst auf“, wenn der Preis nicht exakt den Kriterien des Mechanismus entspreche.
Die Wirkung: Wenig Entlastung, viel Rauch
Selbst wenn die Bremse einmal auslösen sollte, sei der Effekt minimal. Die Regierung verspreche eine Entlastung von lediglich 5 Cent durch Eingriffe in die Margen der Ölkonzerne – wobei Schnedlitz anmerkte, dass es in Österreich nur einen einzigen großen Ölkonzern gebe: die OMV. Diese Art von Eingriffen sei bereits „seit Monaten“ angekündigt worden, ohne dass „jemals etwas angekommen“ sei. Eine weitere Entlastung von 5 Cent solle durch eine Senkung der Mehrwertsteuer erfolgen. Doch selbst damit würde der Spritpreis zwar „langsamer“ steigen, aber er steige. Der gesamte Regierungsplan sei ein „Nullnummer“, die der Bevölkerung keine spürbare Entlastung bringe.
Wirtschaftliche Inkompetenz und verschwendetes Steuergeld
Fehlende Kostenkontrolle und globale Großzügigkeit
Axel Kassegger prangerte die mangelnde wirtschaftliche Kompetenz der Regierung an. Anstatt die Inflation an der Wurzel zu packen und die Kosten im eigenen Land zu kontrollieren – sei es bei Lohnnebenkosten, Bürokratie, Energiekosten oder Steuern und Abgaben – verteile die Regierung Geld „in der ganzen Welt“. Er erwähnte die Hilfen für die Ukraine, EU-Nettozahlungen, NGOs und Migrationskosten. Kassegger betonte, dass Österreich ein „höchst-Steuerland“ sei, das es sich nicht leisten könne, die eigene Bevölkerung in der Krise im Stich zu lassen, während die Kassen leer seien und „null Reserven“ bestünden.
Die strategische Ölreserve: Ein Lehrstück in Unvermögen
Paul Haidl legte offen, wie die Freigabe der strategischen Ölreserve durch die Regierung zu einem „Lehrstück in Unvermögen“ verkomme. Der Plan, 325.000 Tonnen Rohöl an die OMV zu verkaufen, sei an sich ein gängiges Geschäft. Die OMV raffiniert jedoch nur 40% des österreichischen Bedarfs; der Rest wird importiert. Eine Margenbeschränkung für Importe würde zu Lieferengpässen führen. Der Clou: Das Geschäft mit den strategischen Reserven erfordert auch eine Rückspeicherungsverpflichtung. Haidl zeigte anhand von Börsenkursen, wie ein Speicherbetreiber eine Preisdifferenz von 32,16 Dollar pro Barrel (insgesamt 66 Millionen Euro für Österreichs Autofahrer) durch Absicherung der Wieder-Einlagerung erzielen könnte. Doch die Regierung habe in ihrer Energielenkungsverordnung „vergessen“, ein Datum für die Wiedereinlagerung festzulegen. Dies führe dazu, dass der Speicherbetreiber die Gegenposition nicht absichern kann und dem schwankenden Preis ausgeliefert ist. Das Geld gehe verloren. „Wenn ich nicht einmal das schaffe, was der Speicherbetreiber ohnehin permanent macht, richtig handwerklich umzusetzen, dann muss ich es einfach lassen“, schlussfolgerte Haidl.
FPÖ: Einfach, spürbar, gegenfinanziert
Die FPÖ präsentierte ihr eigenes Modell als klare und wirksame Alternative zum Regierungs-„Murks“.
- Einfach: Halbierung der Mineralölsteuer und vollständige Streichung der CO2-Steuer.
- Spürbar: Eine sofortige und direkte Entlastung für alle Autofahrer.
- Gegenfinanziert: Das Geld, das sonst für den Ukraine-Kredit und Selenskyj verwendet würde, soll stattdessen für die eigene Bevölkerung eingesetzt werden.
„Wir Freie sind der Meinung, es kann nicht so weitergehen, dass immer die österreichische Bevölkerung bezahlt und die gesamte Welt profitiert“, so Schnedlitz. Man müsse endlich auf die eigenen Bürger schauen, anstatt das Steuergeld in „Korruption und Co.“ versickern zu lassen. Die FPÖ forderte die Regierung auf, auf die „eigene Bevölkerung zu schauen“ und sich nicht hinter einer „Budgetneutralität“ zu verstecken, die letztlich nur bedeutet, dass die Regierung nicht bereit ist, eine wirksame Sofortmaßnahme im Sinne der Bevölkerung zu ergreifen.
Fazit
Die Pressekonferenz der FPÖ entlarvte, aus ihrer Sicht, die „Spritpreisbremse“ der Bundesregierung als ein weiteres Beispiel für politische Inkompetenz und Mangel an Problembewusstsein. Zwischen Kommunikations-„Schmähs“ und fehlformulierten Verordnungen gehe der Blick für die realen Nöte der Bürger verloren. Die FPÖ positionierte sich als einzige Kraft mit einem durchdachten, gegenfinanzierten und sofort wirksamen Plan. Es bleibt abzuwarten, ob die Bundesregierung diese Kritik ernst nimmt oder weiterhin auf ihre „Märchen“ setzt, während die Autofahrer an den Zapfsäulen leiden.


