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E-Auto-Förderung in der Kritik: Das Milliardengrab für Luxus-Karossen – NIUS deckt Skandal auf!

Eine Recherche von NIUS deckt auf, dass die E-Auto-Förderung des Bundes massiv missbraucht wird. Statt jungen Familien mit geringem Einkommen profitieren hauptsächlich Rentner und Vermögende, die teure Luxus-E-Autos wie Tesla und Porsche auf Kosten der Steuerzahler subventionieren lassen.

Ein ambitioniertes Versprechen: Die E-Auto-Förderung des Bundes

Die deutsche Bundesregierung, allen voran Umweltminister Carsten Schneider (SPD), hat ein ehrgeiziges Ziel ausgerufen: Bis zu 800.000 E-Autos sollen mit insgesamt 3 Milliarden Euro Steuergeldern gefördert werden. Das Programm wurde explizit als „sozial gestaffelt“ beworben, um breite Bevölkerungsschichten – insbesondere Menschen mit mittlerem und geringem Einkommen – den Zugang zur Elektromobilität zu ermöglichen. Doch eine investigative Recherche des Nachrichtenportals NIUS enthüllt nun eine Realität, die das genaue Gegenteil der politischen Versprechungen zu sein scheint und den Verdacht des massiven Missbrauchs von Steuergeldern aufkommen lässt.

Die hehren Ziele des Umweltministers

Carsten Schneider pries die E-Auto-Prämie bei ihrer Einführung im Mai als einen Erfolg auf ganzer Linie. Er betonte, es sei ihm wichtig, dass es „für jeden möglich ist“, sich ein umweltfreundliches Elektroauto anzuschaffen. Die Förderung sollte nicht nur dem Klima und der Autoindustrie (zur Sicherung von Arbeitsplätzen) dienen, sondern vor allem auch deutschen Haushalten, die sich ohne diese Unterstützung kein E-Auto leisten könnten. Die soziale Staffelung sollte dabei sicherstellen, dass Geringverdiener den größten Anteil der Förderung erhalten.

„Wir haben ein Förderprogramm aufgelegt, das das Ziel hat, für breite Bevölkerungsschichten, nicht nur für die Spitze der Gesellschaft, sondern gerade für diejenigen, die über mittlere und auch geringere Einkommen verfügen, es möglich zu machen, sich umweltfreundlich, nachhaltig und kostengünstig zu bewegen.“ – Carsten Schneider bei der Einführung des Förderprogramms.

Ein Blick auf die offiziellen Zahlen – und ihre Tücken

Zunächst schienen die offiziellen Zahlen den Aussagen des Ministers recht zu geben: Rund die Hälfte der bis dato etwa 67.000 Anträge stamme aus der untersten Einkommensklasse (weniger als 45.000 Euro zu versteuerndes Jahreseinkommen). Ein Grund zum Jubel für den Umweltminister. Doch NIUS wollte genauer wissen, wer sich hinter diesen Zahlen verbirgt und welche Fahrzeuge bestellt wurden. Als die zuständige Behörde, das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), eine Auskunft verweigerte und die Daten nicht herausgeben wollte, forschten die Journalisten auf eigene Faust.

NIUS‘ exklusive Enthüllungen: Wer profitiert wirklich?

„Rentner, nicht junge Familien“: Das Alter der Profiteure

Die Recherche von NIUS, die auf exklusiven Daten basiert, zeichnet ein drastisch anderes Bild als von der Bundesregierung dargestellt. Entgegen dem Ziel, junge Familien mit Kindern zu unterstützen, sind die allermeisten Begünstigten der Förderung aus der untersten Einkommensklasse Rentner. Konkret sind 13.000 der geförderten Personen 65 Jahre oder älter. Zudem geben die meisten dieser Antragsteller keine Kinder an. Von den 30.000 Menschen, die ein geringes Einkommen angeben, haben 25.000 keine minderjährigen Kinder. Das ursprüngliche Ziel, E-Mobilität für junge Familien mit kleinem Geldbeutel zu ermöglichen, scheint demnach grandios gescheitert.

„Arme“ kaufen Tesla und Porsche: Die Realität der Bestellungen

Noch gravierender sind die Erkenntnisse über die Art der Fahrzeuge, die gefördert werden. Während man bei einem geringen Einkommen eher erschwingliche Modelle wie den Dacia Spring (ab 17.000 Euro), den Citroën eC3 (ab 20.000 Euro) oder den Hyundai Insta (ab 25.000 Euro) erwarten würde, offenbart die NIUS-Analyse eine andere Präferenz:

  • Tesla: Das meistbestellte Auto bei Menschen mit einem Jahreseinkommen unter 45.000 Euro ist der Tesla. 14 % aller Förderungen in dieser Gruppe gehen an Fahrzeuge, die ab 40.000 Euro aufwärts kosten. Mehr als 4.200 Bestellungen entfallen auf Tesla.
  • BMW und Mercedes: Auch diese Premiummarken sind stark vertreten. Etwa die Hälfte der bestellten BMWs und sogar 60 % der Mercedes-Bestellungen kommen aus dem geringsten Einkommensmilieu.
  • Der E-Porsche: Die wohl schockierendste Erkenntnis. Dutzende Menschen, die ein Einkommen von unter 45.000 Euro angeben, haben sich für einen E-Porsche beworben, dessen Neuwagenpreis bei satten 81.000 Euro beginnt.

Diese Zahlen lassen nur eine Schlussfolgerung zu: Die Fördergelder fließen nicht primär in die Unterstützung von Geringverdienern beim Umstieg auf umweltfreundliche Mobilität, sondern in die Subventionierung von teuren Luxus-E-Autos.

Die „Strohmann-Masche“: Wie Vermögende das System ausnutzen

NIUS deckt auf, dass die Vermutung nahe liegt, dass hier ein System der Umgehung stattfindet. Da das Ministerium nicht prüfen kann, ob in einem Haushalt weitere Personen mit höherem Einkommen oder Vermögen leben, nutzen Wohlhabende die „Strohmann-Masche“: Sie schicken einen Angehörigen mit geringem oder keinem deklarierten Einkommen (oft ältere Verwandte wie die Großmutter) vor, um die maximale Förderung zu kassieren, während das teure E-Auto dann von der wohlhabenden Familie oder Person selbst genutzt wird. Auch Rentner mit geringer Rente, aber hohem Vermögen (Immobilien, Erspartes), die sie sich theoretisch im Alter auch „auflösen“ könnten, profitieren auf diese Weise.

Deutsches Steuergeld für ausländische Wirtschaft?

Ein weiteres Ziel von Umweltminister Schneider war die Stärkung des Automobilstandorts Deutschland. Doch auch hier zeigt die Recherche eine ernüchternde Realität: Nur 27 % der geförderten E-Autos werden in Deutschland gefertigt. Ein Viertel kommt aus China, ein weiteres Drittel aus dem EU-Ausland und 10 % aus Japan, Südkorea und den USA. Selbst bei den in Deutschland gefertigten Teslas (z.B. Model 3 aus Brandenburg) findet ein Großteil der Wertschöpfung (Batterieproduktion, technische Entwicklung, Know-how) in den USA statt. Damit wird deutsches Steuergeld in großem Umfang in die Autoindustrien anderer Länder, darunter auch strategische Wettbewerber wie China, transferiert.

Das Ministerium in der Defensive – oder der Ignoranz?

Auf Anfrage von NIUS, wie das Ministerium zu diesen Indizien des Missbrauchs stehe, antwortete die Pressestelle, die Zahlen seien ihr „nicht bekannt“. Man könne die Anträge nicht mit den am Ende bewilligten Förderungen vergleichen. Zudem seien die Anträge „Selbstauskünfte“ der Menschen, und man stecke in einem „dynamischen Prozess“, um alles zu sortieren. NIUS entgegnet jedoch, dass die Quoten bei Anträgen und Bewilligungen (Alter, Kinder, Fahrzeugmodell) kaum voneinander abweichen und der Missbrauch somit auch bei den bereits bewilligten Fällen erkennbar ist.

Ein „struktureller Missbrauch“ und „politisches Versagen“

Experten und Kritiker, darunter Julian Reichelt, sprechen von einem „strukturellen Missbrauch“ und „politisches Versagen“. Sie ziehen Parallelen zu den Corona-Testzentren, wo ebenfalls enorme Summen an Fördergeldern missbraucht wurden, da die staatlichen Prüfmechanismen Lücken aufwiesen. Die Tatsache, dass nach sechs Wochen Förderzeitraum niemand im Ministerium die alarmierenden Zahlen bemerkt oder öffentlich gemacht hat, wirft Fragen über die Kontrollmechanismen und die politische Verantwortung auf. Es scheint, als würde man in der Politik manchmal nicht sehen wollen, was nicht sein darf.

Die absurde Prioritätensetzung: E-Autos vs. Elterngeld

Besonders zynisch erscheint der Missbrauch der E-Auto-Förderung angesichts anderer politischer Entscheidungen. Während Milliarden in die Subventionierung von Luxus-E-Autos fließen, werden gleichzeitig 500 Millionen Euro beim Elterngeld gestrichen. Damit wird deutschen Eltern das Geld entzogen, während gleichzeitig Hunderte Millionen Euro über die E-Auto-Förderung in die chinesische oder andere ausländische Autoproduktion fließen. Das zeigt eine politische Prioritätensetzung, die nicht nur fragwürdig, sondern für viele Bürger kaum nachvollziehbar ist.

Fazit: Wenn Ideologie die Realität verzerrt

Die E-Auto-Förderung, ursprünglich konzipiert als sozial gerechtes und klimafreundliches Instrument, entpuppt sich als ein Milliardengrab, das von wohlhabenden Bürgern und Familien clever ausgenutzt wird. Die politischen Ziele der sozialen Staffelung und der Stärkung des deutschen Standorts werden in weiten Teilen verfehlt. Was bleibt, ist der Eindruck eines „Mismanagements“ und „Missbrauchs“, der sich aus einer Ideologie speist, die um jeden Preis E-Autos auf die Straße bringen will – ungeachtet dessen, wohin die Steuergelder tatsächlich fließen und wer am Ende wirklich davon profitiert.

Es ist die Aufgabe der Politik, nicht nur Fördermittel bereitzustellen, sondern auch sicherzustellen, dass diese zweckgemäß und zum Wohle der gesamten Gesellschaft eingesetzt werden. Im Fall der E-Auto-Prämie scheint dies nur unzureichend der Fall zu sein.

Quelle: Nius

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